
Ein ehemaliges Wirtschaftsgebäude in Marsberg ist mittlerweile ein Wohnhaus. Das Gebäude stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist in Privatbesitz. Jetzt gibt es für den Erhalt des historischen Gebäudes eine Finanzspritze. Heute hat Rolf Klostermann, Ortskurator Sauerland der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), einen symbolischen Fördervertrag in Höhe von 30.000 Euro für die zimmermannsmäßige Instandsetzung des Fachwerks und der Deckenfelder des ehemaligen Wirtschaftsgebäudes am Stift 11 an die Denkmaleigentümerin Rosemarie Löbermann übergeben. Das Geld kommt aus zahlreichen Spenden und aus Erträgen der Lotterie GlücksSpirale.
Das Gebäude gehört seit 2022 zu den über 880 Denkmalen, die die DSD, die in diesem Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum feiert, aus privaten Spenden, ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel von WestLotto aus der Lotterie GlücksSpirale allein in Nordrhein-Westfalen fördern konnte, so die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.
Historisches Gebäude aus der Blütezeit des Klosters
Südwestlich der Stiftskirche hat sich das einstige Wirtschaftsgebäude erhalten. Das langgestreckte Gebäude aus dem 16. Jahrhundert ist ein verputzter Bruchsteinbau, dessen Wände bis zu 1,10 Meter stark sind. Die Wandöffnungen der Innenseiten weisen teilweise Schielungen und Segmentbögen auf. Ein einfaches, gezapftes Kehlbalkendach mit hochliegenden Kehlbalken und zweifach stehendem, leicht nach innen geneigtem Stuhl deckt den Bau.
Fast alle Balken der östlichen Dachhälfte wurden bereits in anderen Bauten zuvor verwendet. Es sind drei Gruppen älterer Sekundärhölzer zu unterscheiden: Die jüngsten Sekundärhölzer gehören zu einer Vorgängerkonstruktion um 1670, die ältesten wurden dendrochronologisch auf 1524 datiert. Das Gebäude dokumentiert die Blütezeit des Klosters sowie die Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg. Heute ist der Bau vertikal in zwei Wohneinheiten geteilt.