
Caritas warnt vor Folgen geplanter Sozialreformen
Bei einem Treffen mit Vertretern aller sechs Städte im Altkreis Brilon hat der Caritasverband Brilon jetzt über mögliche Folgen der geplanten Sozialreformen für Pflege, Beratung und die Unterstützung von Menschen mit Behinderung gesprochen
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Weniger Hilfe vor Ort und längere Wartezeiten: Das befürchtet der Caritasverband Brilon angesichts angekündigter Reformen und Sparmaßnahmen des Bundes. Bei einem Treffen mit Vertretern aller sechs Städte im Altkreis Brilon hat der Verband die möglichen Folgen für Pflege, Beratung und die Unterstützung von Menschen mit Behinderung aufgezeigt. Der Caritasverband Brilon erreicht mit seinen Angeboten täglich rund 5.000 Menschen.
Städte und Caritas wollen im Gespräch bleiben
An dem Treffen haben die Bürgermeister von Brilon, Hallenberg, Marsberg und Olsberg teilgenommen. Für die Caritas erläuterten Vorstand Heinz-Georg Eirund und drei Geschäftsführer ihre Einschätzungen zu den geplanten Änderungen.
„Was auf Bundesebene als Einsparung erscheint, hat vor Ort ganz konkrete Auswirkungen auf die Menschen“, sagte Eirund. Er verwies auf Pflegebedürftige, Menschen mit Behinderung, Familien und Angehörige, die auf Unterstützung angewiesen seien.
Der Verband befürchtet, dass Kürzungen bestehende Probleme verschärfen könnten. Einrichtungen stünden nach seiner Darstellung bereits unter Druck - unter anderem durch Fachkräftemangel, Bürokratie und eine aus Sicht der Caritas unzureichende Finanzierung ihrer Leistungen. Welche Angebote von den angekündigten Reformen tatsächlich betroffen sein werden, steht nach den Angaben zum Gespräch noch nicht fest.
In der Pflege sieht die Caritas vor allem Hilfen für ältere Menschen zu Hause und Entlastungsangebote für Angehörige als gefährdet an.
Bei Beratungsangeboten für Familien und Menschen in schwierigen Lebenslagen rechnet sie mit möglichen Einschränkungen und längeren Wartezeiten. Auch wohnortnahe Angebote für Menschen mit Behinderung könnten nach Einschätzung des Verbands unter Druck geraten.
Die Vertreter der Städte und der Caritas betonten bei dem Treffen, wie wichtig erreichbare soziale Angebote im ländlichen Raum seien. Zugleich hätten Kommunen oft nicht genug Geld oder rechtliche Möglichkeiten, um mögliche Versorgungslücken selbst zu schließen.
Caritas und Kommunen wollen sich künftig einmal im Jahr in diesem Format über Sozialreformen austauschen.