
Im Stadtgebiet Brilon gibt es hohe Schwermetallbelastungen im Boden. Der Hochsauerlandkreis hatte Anfang Januar über neue Probenergebnisse informiert. Als Konsequenz davon soll auf 40 Grundstücken der Boden bis 30 Zentimeter Tiefe ausgetauscht werden. Rund 300 Eigentümer bekommen Vorgaben für die Bodenbedeckung und den Nutzgarten. Die Betroffenen haben Post vom Hochsauerlandkreis erhalten – mit Messergebnissen, einer Einladung zum Beratungsgespräch und Infos zu Fördermöglichkeiten. Das Land NRW stellt Geld für die Sanierung bereit. Heute lädt der
Hochsauerlandkreis gemeinsam mit der Stadt Brilon alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zu einer öffentlichen Informations- und Dialogveranstaltung zum Thema "Umgang mit Bleibelastung im Stadtgebiet Brilon" ein. Die Veranstaltung findet statt am Montag, 23. Februar 2026, 17 Uhr (Einlass: 16 Uhr), Ende 19 Uhr, im Kolpinghaus-Bürgerzentrum Brilon statt.
Ziel der Veranstaltung sei es, transparent über den aktuellen Sachstand zu informieren. Fachleute aus dem Gesundheits- und Umweltbereich werden die Hintergründe zu erforderlichen weiteren Maßnahmen erläutern. Die Veranstaltung wird auch live gestreamt. Der Einwahllink zum Online-Livestream wird auf der HSK-Start-Website https://www.hochsauerlandkreis.de/hochsauerlandkreis zeitnah vor der Veranstaltung angezeigt.
In Brilon sind die Böden durch natürliche und bergbauliche Prozesse mit Blei, Arsen, Cadmium und Zink belastet. Ursache sind alte Erzvorkommen im Bereich Galmei.
SBL/FWG-Fraktion ist gegen einen verpflichtenden Bodenaustausch
Die SBL/FWG-Fraktion im Kreistag Hochsauerland fordert: Die geplante Rechtsverordnung zum Bodenschutz in Brilon soll überarbeitet werden. Konkret: Kein verpflichtender Bodenaustausch mehr für rund 40 Grundstücke, sondern mildere Maßnahmen wie Rasendecken oder Nutzungseinschränkungen. Die erhöhten Blei- und Cadmiumwerte im Boden seien natürlichen Ursprungs und seit Jahrhunderten bekannt, so die SBL/FWG. Ein flächendeckender Bodenaustausch wäre teuer und für die Eigentümer unverhältnismäßig. Neue Grenzwerte und unsichere Messungen lassen zudem Spielraum für mildere Lösungen. Die Fraktion hat gefordert, dass heute von der Kreisverwaltung Alternativen zum Bodenaustausch vorgestellt werden.