
Die Stadt Meschede will die Verwaltungsnebenstelle im Amtshaus Freienohl schließen. Im Schnitt kommen dorthin nur 7 bis 11 Leute pro Woche. Das ist nicht wirtschaftlich, sagt die Stadt.
Ein weiteres Problem: Die Nebenstelle wird nur von einer Person betreut. Das sei zu unsicher. Vor dem Hintergrund des Angriffs auf einen städtischen Hausmeister in einer Flüchtlingsunterkunft im Juni hat die Stadt Meschede die Sicherheitsstandards überprüft. Ergebnis: Wenn Mitarbeitende allein arbeiten, sei das kritisch. Sollte es zu Aggressionen oder Übergriffen von Bürgern/innen oder zu einem medizinischen Notfall kommen, kann keine zweite Person Hilfe leisten. Aus diesem Grund wird auch der Samstagsdienst im Bürgerbüro Meschede seit Jahren immer mit zwei Personen besetzt. Im Amtshaus Freienohl kann auch Hilfe durch den dort stationierten Bezirksdienstbeamten der Polizei nicht garantiert werden, da dieser oft nicht vor Ort ist. Auch die Zahnarztpraxis im ersten Stock kann im Notfall nicht unterstützen. Zwei Mitarbeitende in Freienohl einzusetzen, würde die Personalsituation in Meschede verschärfen und dort zu längeren Wartezeiten führen.
Durch die Digitalisierung vieler Dienstleistungen werde ein persönliches Erscheinen ohnehin immer seltener nötig, argumentiert die Stadtverwaltung Meschede für die Schließung der Nebenstelle in Freienohl.
Heute diskutiert der Finanzausschuss über das Thema. Morgen entscheidet der Rat Meschede endgültig darüber, ob die Verwaltungsstelle in Freienohl geschlossen wird. Auch aktuell ist das Bürgerbüro in Freienohl aus "betriebsorganisatorschen Gründen" geschlossen, wie es auf der Internetseite der Stadt Meschede heißt.
Amtshaus als Treffpunkt für Vereine?
Die Stadt schlägt vor, die Räumlichkeiten der Nebenstelle künftig örtlichen Vereinen zur Verfügung zu stellen. Das könnte Freienohl trotz der Schließung der Nebenstelle zu Gute kommen.