Brilon: Aktion gegen Ärztemangel

Kampagne will junge Ärzte ins Sauerland holen.

Im Behandlungszimmer beim Arzt (Symbolbild).
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Im Sauerland sind viele Ärzte über 60 Jahre. Um neue Mediziner aufs Land zu holen, wird heute und morgen in Brilon ein Werbe-Film für die Aktion "KommaufsLand.Arzt" gedreht. Damit sollen junge Ärzte und medizinische Fachangestellte angeworben werden. Die Dreharbeiten starten heute im Freibad in Gudenhagen, morgen wird während des Briloner Musiksommers gedreht. Kommaufs.Land.Arzt ist ein Gemeinschaftsprojekt der Städte Brilon, Olsberg, Medebach und Winterberg. In vielen Orten bei uns könnten sich aktuell neue Hausärzte niederlassen beispielsweise in Schmallenberg, Brilon oder Olsberg.


Die beteiligten Kommunen möchten mit dem Projekt etwas gegen den Ärztemangel machen. Sie hoffen auf einen höheren Anteil an jungen Medizinern vor Ort. Sie könnten auch potenzielle Nachfolger für Hausarztpraxen sein. Entstanden ist die Idee des Weiterbildungsverbundes im Rahmen des Projektes „Anwerbung von jungen Ärzten und medizinischem Fachpersonal 2018/19. Um neben den üblichen Pressemitteilungen und Social Media Beiträgen noch aufmerksamer auf dieses Projekt zu machen, wird der Film gedreht. Er soll das Sauerland als potenziellen neuen Wohnort zeigen. Mitte August sollen dann interessierte Mediziner zu einem Kennlernbesuch ins Sauerland kommen, so die Stadt Brilon.

Versorgungsgrad und Altersstruktur der Ärzte im HSK:

Im HSK gibt es laut Kassenärztlicher Vereinigung Westfalen Lippe die Mittelbereiche Arnsberg, Brilon (mit Olsberg), Meschede (mit Bestwig, Eslohe), Schmallenberg und Winterberg (Hallenberg,Medebach). Sie werden bei der Versorgung mit Hausärzten als Grundlage genommen.


Neue Hausärzte könnten sich in den Bereichen Arnsberg und Winterberg aktuell nicht niederlassen. Die anderen 3 Bereiche bieten für junge Ärzte die Möglichkeit eine Praxis zu gründen. Generell sei die Lage bei den Hausärzten aber nicht einfach, so die KVWL. Es würden sich aktuell nicht genug junge Mediziner finden, die eine eigene Praxis eröffnen wollten. Das gelte besonders auch für ländliche Regionen wie den HSK.


Für die Versorgung mit Fachärzten gelten andere Kriterien. Hier sind die Versorgungsbereiche der Ärzte größer. Für uns ist der ganze HSK die Grundlage für die Berdarfsplanung. Je spezialisierter ein Arzt ist, je größer ist der Einzugsbereich seiner Praxis, heißt es. Eine Unterversorgung mit Fachärzten gibt es bei uns im HSK nur im Bereich der Nervenärzte. Dort könnten 3 neue Praxen angesiedelt werden. Augenärzte, Chirurgen und Orthopäden, Frauenärzte, Hautärzte, HNO-Ärzte, Kinderärzte und Urologen gibt es aktuell laut KVWL genug.

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