
Im letzten Jahr sind 355 ältere Sauerländer (über 61 Jahre) Opfer von Betrug geworden. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein leichtes Plus von rund 2%. In der Regel werden die älteren Menschen telefonisch kontaktiert. Bei diesen "Schockanrufen" geben Kriminelle z.B. vor Polizisten zu sein und Geld und Schmuck abzuholen, um alles sicher zu verwahren. Es habe auch Fälle gegeben, in denen Senioren über mehrere längere Taxifahrten bis ins Ruhrgebiet zu einer Übergabe gelockt worden waren. Die Polizei geht von einer hohen Dunkelziffer aus, da Betrogene sich aus Scham nicht melden und den Betrug anzeigen würden. Bei den Betrugsfällen gehe es nicht selten um 6-stellige-Summen, so die Polizei.
Kriminelle üben Druck auf Sauerländer Senioren aus
Oft werden die älteren Menschen unter Druck gesetzt und ihnen wird z.B. vorgetäuscht ein Angehöriger sei in Not und brauche dringend Geld. Oder im Display erscheint auch die 110, um sich als vermeintlicher Polizist auszugeben. Dieses Call ID Spoofing kann auf alle Telefonnummern angewandt werden. Die Polizei rät: bei verdächtigen Anrufen direkt auflegen und die Polizei benachrichtigen.
Im Sauerland werden auch Bestatter und Bankmitarbeiter geschult
In 97% Prozent der Fälle blieb es beim Betrugsversuch. Angehörige hätten die Senioren oft gut sensibilisiert. Außerdem zeige diese hohe Quote den Erfolg der Aufklärungsarbeit. Im letzten Jahr gab es rund 40 Vorträge, um Senioren über die möglichen Gefahren aufzuklären. Es wurden auch Bestatter geschult. Hintergrund ist eine Zunahme der Schockanrufe, bei denen die Täter Todesanzeigen sichten und die Trauer der Hinterbliebenen ausnutzen, um mit ihren Betrugsversuchen einfacher ans Ziel zu kommen. Auch Bankmitarbeiter wurden sensibilisiert auf verdächtige Fälle zu achten. Dadurch konnte im September eine Geldübergabe von 18.000 Euro verhindert werden.
