Bestwiger Verein Esperanza feiert Jubiläum

Seit 30 Jahren setzt sich der Verein für Bildung, Nachhaltigkeit und kulturellen Austausch in Guatemala ein. Er baut unter anderem Schulen.

© Esperanza

Seit mehr als 30 Jahren ist Esperanza aus Bestwig in Guatemala aktiv – der Verein baut mit Spenden aus dem Sauerland Schulen in Bambus und Lehmbauweise. Die erste Schule entstand 1993, bis heute wurden laut Verein über 60 Schulen fertiggestellt, mehr als 1,28 Mio. Euro an Spenden eingesammelt und viele Duzend junger Menschen als Freiwillige nach Guatemala entsandt, um vor Ort Erfahrungen zu machen und mit den Menschen in einen kulturellen Austausch zu kommen.

Gegenbesuch zum Jubiläum

Zum Anlass des Jubiläums ist der langjährige Partner und guatemaltekische Architekt Luis Palacios zu Besuch gekommen. Er berichtete über die aktuelle politische Lage in Guatemala. Im September dieses Jahres ist ein neuer Präsident gewählt worden, der Hoffnung auf eine Demokratisierung des Landes macht. Große Teile der Bevölkerung befürchten jetzt, dass die aktuelle Regierung die Wahl nicht anerkennt und Wege sucht, die aktuellen Entwicklungen rückgängig zu machen. Deswegen organisieren sie Proteste in Form von Straßenblockaden. Besonders Studenten und Arbeiter aus ländlichen Gebieten führen diese Proteste an und auch die indigene Bevölkerung unterstützt die Proteste.

Dennoch bleiben viele Herausforderungen, denen das Land Guatemala in Zeiten von Klimakrise, Kriegen und Migration gegenübersteht. Seit einigen Jahren werden Schulen, mit Bambus und Lehm gebaut, um Stahl und Zement zu reduzieren. Diese Materialen sind nachhaltiger in der Herstellung und weniger anfällig für Preisentwicklungen.

Erinnerungen an die Anfänge

Peter Liese, Europaabgeordneter der CDU und Gründungsmitglied von Esperanza e. V. berichtete bei der Jubiläumsfeier über die Anfänge des Vereins. Mit einer Gruppe junger Menschen war er im Jahr 1990 das erste Mal als Arzt in Guatemala und hat Projekte der Jungen Union unterstützt. 1992 folgte die Gründung der Vereins Esperanza e.V. und 1993 entstand die erste Schule des Vereins. Damals war ein Problem, dass Lehrerinnen aus der Hauptstadt Guatemala Stadt die indigene Sprache Kaqchikel, die im Hochland Guatemalas gesprochen wird, nicht konnten und deswegen ausschließlich auf Spanisch unterrichtet haben. Jetzt unterrichten die ersten Lehrerinnen, die damals die Schulen des Vereins besucht haben, vor Ort und es werden beide Sprachen geleert. Besonders viel Wert wird auf die Bildung von Mädchen und Frauen gelegt, denn diese ist der Schlüssel für die Geburtenkontrolle und die Reduzierung der Bevölkerungsexplosion in Entwicklungsländern. So war es vor 30 Jahren normal, dass eine Familie 12 Kinder hatte. Heute haben die meisten Familien noch 3-4 Kinder.

Was die Arbeit vor Ort bringt

Erik Büdenbender, der seine Bachelorarbeit über die Arbeit von Esperanza schreibt, präsentierte die Ergebnisse von Interviews, die er in den guatemaltekischen Dörfern geführt hat. Diese zeigten, dass die Bildungssituation sich verbessert hat, aber immer noch Herausforderungen bestehen, insbesondere für Schüler, die nach der Grundschule weiterführende Schulen besuchen, denn diese sind für viele schwer zu bezahlen. Viele Befragte wünschen sich jetzt vor allem Unterstützung durch Stipendien, Pausenessen und eine bessere Gesundheitsversorgung.

Neben potenziellen Spendern möchte der Verein junge Menschen erreichen, die die Erfahrung machen möchten, bei dem Bau einer Schule direkt mit dabei zu sein und in der guatemaltekischen Dorfgemeinschaft vor Ort zu leben.

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