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Bestwig distanziert sich weiter von Kardinal Hengsbach
© Archiv Gemeinde Bestwig
Die Bronzetafeln sind bereits seit längerem abmontiert – nun wird auch die Bezeichnung “Kardinal-Hengsbach-Brücke” in der Gemeinde Bestwig nicht mehr geführt.
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Bestwig distanziert sich weiter von Kardinal Hengsbach

An den gebürtigen Velmeder Ruhrbischof soll nichts mehr erinnern

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Die Gemeinde Bestwig geht auf Abstand zu ihrem früheren Ehrenbürger Franz Kardinal Hengsbach. Einstimmig distanzierte sich der Gemeinderat jetzt von der Verleihung der Ehrenbürgerwürde im Jahr 1957 durch den damaligen Velmeder Gemeinderat. Auch die – inoffizielle – Bezeichnung „Kardinal Hengsbach-Brücke“ für die Ruhrbrücke in Velmede soll nicht mehr verwendet werden. Damit folgten die Ratsmitglieder einstimmig einem Antrag der SPD-Fraktion.

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Hintergrund:

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Der 1910 in Velmede geborene Franz Kardinal Hengsbach war erster Bischof des damals neu geschaffenen „Ruhrbistums“ Essen. Er hatte sich insbesondere durch seine Nähe zu Bergarbeitern hohe Anerkennung erworben. Erst lange nach seinem Tod im Jahr 1991 wurden bestehende Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Im Juni wurde eine wissenschaftliche Studie veröffentlicht, nach der die entsprechenden Vorwürfe als plausibel und glaubwürdig einzustufen sind.

„Diese Erkenntnisse verändern die historische und moralische Bewertung seiner Person grundlegend“, so SPD-Fraktionschef Matthias Scheidt.

Die Gemeindeverwaltung hatte vorgeschlagen, sich „aus politischen und moralischen Gründen“ ausdrücklich von der Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Kardinal Franz Hengsbach zu distanzieren. „Die mit der damaligen Verleihung verbundene öffentliche Würdigung wird aus heutiger Sicht nicht mehr aufrechterhalten“, heißt es in dem Beschlussvorschlag. Auch die Bezeichnung „Kardinal-Hengsbach-Brücke“ solle nicht mehr verwendet werden. Stattdessen solle die Gemeindeverwaltung gemeinsam mit der Bürgerschaft, den örtlichen Vereinen und den örtlichen Schulen einen neuen Namen für die Brücke vorschlagen.

Bürgermeister Christoph Rosenau wies darauf hin, dass auch bereits andere Kommunen – wie zum Beispiel die Stadt Essen – den Weg gegangen seien, den Namen Hengsbachs für öffentliche Einrichtungen nicht mehr zu verwenden. Einstimmig folgten die Ratsmitglieder den Vorschlägen der Verwaltung.

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