
Überschüssigen Strom zu speichern, ist eine Herausforderung der Energiewende. Arnsberg ist Vorreiter bei der modernen Energieversorgung. Dort ist in der Nähe des Umspannwerkes in Bahnhofsnähe gestern ein neuer Batteriegroßspeicher offiziell eingeweiht worden. Er speichert seit Februar überschüssigen Strom aus Windkraft und Solaranlagen und gibt ihn bei Bedarf wieder ans Stromnetz ab. Die Anlage der Firma Kyon Energy kann innerhalb von Sekunden auf Schwankungen im Stromnetz reagieren. Mit dem Großspeicher kann vermieden werden, dass Windräder aus dem Wind genommen oder Solaranlagen abgestellt werden müssen, wenn zu viel Strom da ist.
Der Großspeicher hat eine Kapazität von 8,3 Megawatt und kann rein rechnerisch damit die Haushalte in Arnsberg rund 2 Stunden komplett versorgen. Mehr Infos hier
Batterien in Containern
Der Speicher ist der erste eigene Stand‑Alone‑Batteriespeicher von Kyon Energy. Das Projekt in Arnsberg ist ein Meilenstein, so das Unternehmen. Es leiste einen wichtigen Beitrag zur Flexibilität und Stabilität des Stromsystems. Kyon Energy ist Entwickler, EPCM‑Dienstleister und Betreiber von Großbatteriespeicher und Teil des Energiekonzerns TotalEnergies.
Batteriespeicher dienen dazu, Energie zeitlich zu verschieben. Sie nehmen sie dann auf, wenn zu viel da ist und speichern sie. Bei Bedarf wird die Energie wieder eingespeist. Damit können Preisspitzen ausgeglichen werden, und die Integration erneuerbarer Energien weiter voran getrieben werden.
Beim Bau wurde in Arnsberg auf Nachhaltigkeit gesetzt. Die Batterien sollen rund 20 Jahre halten, lediglich die Schiffscontainer, in denen die untergebracht sind, müssten in der Zeit neu gestrichen werden, heißt es. Die Schallschutzwand ist aus natürlichen Materialien.
Sicherheit
Sicherheit ist ein wichtiger Aspekt bei der Großspeicher-Anlage. Das Gelände mit den Containern ist mit einem hohen Zaun gesichert, oben ist zusätzlich Stacheldraht angebracht. Denn es soll niemand Unbefugtes auf das Gelände und sich dort verletzten. Die Speicher haben ein Feuerlöschsystem, akustische Schalldämpfer und eine Temperierung. Außerdem wurde vorgesorgt, dass im Havariefall kein Öl in das Erdreich gelangen kann. Zum Nachbargrundstück ist eine Schallschutzwand aufgebaut, die begrünt werden soll. Mehrere hohe Blitzableiter sorgen für zusätzlich Sicherheit.

