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Austausch über Missbrauchsstudie im Erzbistum
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Austausch über Missbrauchsstudie im Erzbistum

Kirchen- und Betroffenenvertreter kommen am Abend zum Austausch ins Sauerland.

Veröffentlicht: Sonntag, 15.03.2026 23:00

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Nach der Veröffentlichung der Missbrauchsstudie im Erzbistum Paderborn gibt es heute in Schmallenberg die Möglichkeit zum Austausch mit Kirchen- und Betroffenenvertretern. Die Studie ist laut Erzbischof Bentz ein Meilenstein in der Aufarbeitung sexueller Gewalt. Sie hatte gezeigt, dass deutlich mehr Kinder und Jugendliche missbraucht wurden als zuvor bekannt war. Auch die Zahl der Täter ist höher, so die unabhängige Studie der Uni Paderborn. 

Kirche und Betroffenenvertreter gehen davon aus, dass es eine große Dunkelziffer gibt. Viele Missbrauchsopfer möchten oder können bis heute nicht über das Leid, das sie erfahren haben sprechen.

Viele Fälle stammen aus einer Zeit in denen es gerade auch in den Dörfern im HSK feste Strukturen gab. Priester, Lehrer und Großbauern galten damals als unantastbare Autoritäten. Wer etwas gegen sie sagte, riskierte Ächtung und Ausgrenzung. Wer sich im Familienumfeld jemanden anvertraute, wurde oft zum Schweigen aufgefordert oder als Lügner dargestellt.

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Vertuschungsspirale war üblich

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Es habe eine Vertuschungsspirale gegeben, so die Kirche. Der Schutz der Institution sei wichtiger gewesen als der Schutz der Betroffenen. Das ist der Kirche heute bewusst. Sie will dem Leid der Betroffenen Raum geben. Es würden alle Hinweise aufgenommen und sorgfältig geprüft, heißt es.

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Es können Anträge gestellt werden

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Betroffene können seit 2021 beim Erzbistum Anträge auf Anerkennung des Leids stellen. Nach der Veröffentlichung der Studie haben sich bereits weitere Opfer bei der Betroffenenvertretung gemeldet, aber viele schafften den Weg nicht, so der Sprecher der Betroffenen Reinold Harnisch. Er sagt: " die Studie holt uns aus dem Dunklen und wir haben ein Stück unserer Würde zurückbekommen". 

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Regionalveranstaltung

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Die Bistumsleitung, der Interventionsbeauftragte Thomas Wendland sowie Mitglieder der Betroffenenvertretung wollen sich mit Interessierten über die Studienergebnisse austauschen. Sie waren gestern bereits in Dortmund. Die Veranstaltung heute beginnt laut Erzbistum um 19 Uhr in der Schmallenberger Stadthalle im Großen Saal.

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