
Arnsberg: Kanzlerflugzeug Ziel von Klimaaktivisten
Klimaaktivisten sind in der Nacht auf das Gelände des Flugplatzes Arnsberg-Menden eingebrochen. Ihr mutmaßliches Ziel: Das dort abgestellte Flugzeug von Bundeskanzler Friedrich Merz mit Farbe beschmieren.
Veröffentlicht: Donnerstag, 22.01.2026 10:53
Wegen Hausfriedensbruch hat die Polizei in der Nacht drei Personen festgenommen, die auf das Gelände des Flugplatzes Arnsberg-Menden eingebrochen sind. Bei den Einbrechern handelt es sich um zwei Frauen und einen Mann im Alter von 23, 56 und 28 Jahren mit deutscher Staatsangehörigkeit. Darunter war auch die deutsche Klimaaktivistin Anja Windl, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Arnsberg bestätigte. Die 28-jährige gilt vor allem in Österreich als wichtige Figur des Klimaprotestes.
"Bei der Festnahme der Personen fanden die Polizeibeamten vor Ort Farbe", so die Arnsberger Staatsanwaltschaft. "Aufgrund der Umstände des Antreffens ist davon auszugehen, dass sie beabsichtigten, ein derzeit abgestelltes Flugzeug zu beschädigen, welches im Besitz des Bundeskanzlers steht", hieß es von der Polizei im Hochsauerlandkreis. Am Mittag sind die Beschuldigten aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden, weil nach Aussage der Staatsanwaltschaft Arnsberg, keine Haftgründe bestehen. Jetzt hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.
"Widerstands-Kollektiv" meldet sich zu Wort
Die Gruppe "Widerstands-Kollektiv" hat sich nach dem Vorfall zu Wort gemeldet und sich zu ihren Motiven geäußert: Man habe das Flugzeug mit pinker Farbe langfristig aus dem Verkehr ziehen wollen. "Wir handeln hier aus Notwehr", wird Anja Windl darin zitiert. Während die Klimakrise eskaliere, fliege Friedrich Merz mit seinem eigenen Flugzeug durch die Gegend, so ihre Botschaft. Eine Gruppe namens Widerstands-Kollektiv hatte sich nach dem Vorfall in einer Mitteilung zu Wort gemeldet: Man habe im Rahmen einer Protestaktion, versucht das Privatflugzeug von Friedrich Merz stillzulegen, hieß es.
Protestaktion fliegt durch Verkehrskontrolle auf
Eine weitere Person ist der Polizei bereits im Vorfeld bei einer Verkehrskontrolle aufgefallen. Auf Nachfrage der Beamten gab der Fahrer an, den örtlichen Flugplatz zu suchen. "Zu dieser angetroffenen Person lagen polizeiliche Erkenntnisse aus dem Spektrum politisch motivierter Kriminalität vor", so Teutenberg. Deswegen rückte die Polizei am Flugplatz Arnsberg-Menden an. Die drei Tatverdächtigen konnten dort angetroffen werden, nachdem sie zuvor eingebrochen waren. So konnte eine Protestaktion verhindert werden, heißt es von der Polizei.