Arbeitsagentur rechnet mit mehr Kurzarbeitern als in der Finanzkrise

Arbeitslosenquote im März bei 4,1 Prozent/ Viele Betriebe melden Kurzarbeit an


Die Corona-Krise hat sich im März noch nicht so stark auf die Arbeitslosenzahlen ausgewirkt. Das liegt vor allem daran, dass die heimische Arbeitsagentur die Zahlen am 12. März erfasst. Das war vier Tage, bevor die Maßnahmen der Politik gegen das Corona-Virus die wirtschaftlichen Aktivitäten stark eingeschränkt haben. Bis zum 12.März sind die Arbeitslosenzahlen leicht gesunken - um 2,5 Prozent im Verhältnis zum Vormonat. Die Quote für März liegt bei 4,1 Prozent.

"Drastischer" Anstieg der Anzeigen zu Kurzarbeit

Die Arbeitsagentur geht davon aus, dass im Hochsauerlandkreis wesentlich mehr Menschen in Kurzarbeit gehen müssen, als in der Finanzkrise vor 12 Jahren. Für den März sind bis vergangenen Freitag schon etwa 5.000 Anzeigen zu Kurzarbeit in Meschede-Soest eingegangen. Die Arbeitsagentur rechnet noch mit einem deutlichen Anstieg. Endgültige Daten gebe es zur Zeit noch nicht. Die Agentur für Arbeit hat nun ihr Personal vervielfacht, damit alle Anträge schnellstmöglich bearbeitet werden können.

Kurzarbeit ist für die Unternehmen eine Möglichkeit, Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Die Arbeitagentur spricht schon im März von einem "drastischen Anstieg der eingehenden Anzeigen zu Kurzarbeit". Deshalb rechnen sie auch damit, dass die tatsächliche Zahl der Kurzarbeitenden viel höher ausfallen wird, als vor 12 Jahren in der Finanzkrise. Im Jahr 2009 gab es im Bezirk Meschede-Soest rund 1.100 eingegangene Anzeigen, rund 25.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren betroffen. Dabei hatte vor allem die Industrie mit der Kurzarbeit zu kämpfen, nun steht fast die gesamte Wirtschaft vor dieser Herausforderung.

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