
Der Caritasverband Brilon hatte Vertreter aller Kommunen aus dem Altkreis Brilon zum Gespräch gebeten. Der Grund sind die steigenden Preise, wachsende Unsicherheiten und zunehmender Druck auf viele Haushalte. Das verschärfe die soziale Lage spürbar, so der Caritasverband. Deswegen wurde in Brilon über die Idee eines gemeinsamen Sozialfonds zur Aufrechterhaltung der armutsorientierten Angebote beraten. Mit am Tisch haben Marcus Bange (allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters der Stadt Brilon), Olsbergs Bürgermeister Patrick Potthoff, Hallenbergs Bürgermeister Enrico Eppner sowie Klaus Rosenkranz (allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters der Stadt Marsberg) gesessen. Aus Medebach hat der Leiter von Jobcenter und Sozialamt seine Perspektive eingebracht. Die Stadt Winterberg konnte aus Termingründen keinen Vertreter entsenden. Bei einem Punkt sind sich alle Parteien einig: Das große Problem bei einem möglichen Sozialfonds im Altkreis Brilon sind die klammen Kassen der Kommunen und des Caritasverbandes.
Sozialfonds könnte bedürftige Sauerländer entlasten
Viele der bereits bestehenden Hilfsangebote für armutsgefährdete Menschen stoßen zunehmend an ihre Grenzen, und zwar finanziell, personell und strukturell, heißt es. Genau hier setzt die Idee eines Sozialfonds an. „Ausgangspunkt sind die konkreten Bedarfe vor Ort. Durch die Bündelung von Mitteln und Engagement aus Kommunen, Kirchen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft soll ein Instrument entstehen, das schnell und gezielt dort hilft, wo Unterstützung gebraucht wird. Es geht nicht nur darum, bestehende Angebote abzusichern, sondern auch neue Wege in der Armutsbekämpfung zu eröffnen“, so Nicolas Hilkenbach, Fachbereichsleiter Beratung und existenzsichernde Angebote.
Beim Auftaktgespräch wurde diskutiert, wie ein solcher Fonds aussehen kann. Eine wichtige Rolle sollen belastbare Zahlen zu sozialen Bedarfen spielen, ebenso wie die Frage nach einem realistischen Finanzrahmen. Ohne eine enge Abstimmung zwischen den Kommunen wird es nicht gehen, so eine zentrale Erkenntnis des Auftaktgespräches. Themen wie interkommunale Zusammenarbeit, einheitliche Verfahren und die Einbindung weiterer Akteure sollen deshalb früh auf die Agenda gesetzt werden. Gleichzeitig wurde deutlich, dass politische Mehrheiten und die jeweiligen Haushaltslagen vor Ort entscheidende Faktoren für die Umsetzung sein werden. Der Sozialfonds ist als gemeinsamer Prozess angelegt, der unterschiedliche Kräfte bündelt und dauerhafte Wirksamkeit entfalten soll. Zugleich soll das gemeinsame Engagement auch als Zeichen der Solidarität stehen, dass arme und von Armut bedrohte Menschen in ihren Lebenslagen gesehen und gehört werden, heißt es vom Caritasverband Brilon.