Aktionstag Suchtberatung im Sauerland

Verbände fordern verlässliche Finanzierung

© Caritasverband Brilon

Alkoholsüchtige Menschen suchen am häufigsten Hilfe bei den Suchtberatungsstellen der Caritas im Hochsauerland. Darunter doppelt soviele Männer wie Frauen, so die Caritas Brilon. Die größte Gruppe danach sind drogen- und glücksspielsüchtige Sauerländer. Im Bovor sich Suchtkranke Menschen an die Beratungsstelle wenden, haben sie häufig einen langen Leidensweg hinter sich. Im Durchschnitt dauert es 12 Jahre, bis sich ein Alkoholabhängiger an die Suchtberatung wendet. Heute am ersten Bundesaktionstag Suchtberatung "Kommunal wertvoll" wollen auch die Beratungsstellen im Hochsauerlandkreis auf ihre Arbeit aufmerksam machen. Außerdem fordern die Verbände eine kostendeckende und verlässliche Finanzierung der Suchtberatung durch die Kommunen.

Beratungsstellen an mehreren Orten

Die Sucht- und Drogenberatung des Caritasverbandes Brilon hat ihren Einzugsbereich in Marsberg, Brilon, Olsberg, Winterberg, Medebach, Hallenberg, Meschede, Bestwig und Eslohe. Die Hauptstelle ist in Brilon, die Nebenstelle in Meschede. In beiden Städten treffen sich regelmäßig Therapiegruppen.

Zahlen zur Suchberatung im Hochsauerland

Klienten der Suchtberatung 2017: 556, 2018: 574, 2019: 599, dazu gehören in der Hauptsache selbst Betroffene, aber auch Angehörige.

Hauptproblem Alkohol: 2019 Männer 204, Frauen 98

Cannabis und Amphetamine: 2019 45 Männer, 20 Frauen

Glücksspielabhängige: 2019 19 Männer, 2 Frauen

Immer mehr Klienten der Bewährungshilfe, also Klienten, die bereits im Bereich Betäubungsmittelgesetz (BTMG) straffällig geworden sind.

Prozentual an der Einwohnerzahl kamen 2019 119 Klienten aus Brilon, was 4,4% der Einwohner entspricht. Ebenso hoch ist der Prozentsatz in Marsberg, Olsberg und Winterberg.

2019 nahmen 75 Klienten an der Ambulanten Therapie teil, die 6 bis 18 Monate dauert. Davon kamen ca. 40 % nahtlos aus Suchtkliniken in die sogenannte nachstationäre Weiterbehandlung. Gleichwohl wurden 33 Klienten in Suchtkliniken und die Ambulante Therapie vermittelt. Ebenfalls vermittelten wir in Entgiftungsstationen in Marsberg und Warstein.


Hohe Dunkelziffer

Es gibt aber auch eine sehr hohe Dunkelziffer von Alkohol- und Drogenabhängigen, die sich aus den verschiedensten Gründen nicht an die Suchtberatung wenden. Bis sich Klienten an die Suchtberatung wenden, haben sie häufig bereits einen langen Leidensweg hinter sich, manchmal Jahrzehnte. Im Durchschnitt dauert es 12 Jahre, bis sich ein Alkoholabhängiger an die Suchtberatungsstelle wendet.

Quelle: Suchtberatung

skyline