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Afrikanische Schweinepest: Jäger kriegen Geld
Wildschwein
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Afrikanische Schweinepest: Jäger kriegen Geld

Um die Ausbreitung der Seuche zu stoppen, will das Landwirtschaftsministerium mehr auf die Jagd setzen. Als Anreiz bekommen Jäger bis zu 100 Euro pro erlegtem Wildschwein im Kerngebiet. Bis zu 75 Euro gibt es für einen Abschuss in den angrenzenden Sperrzonen.

Veröffentlicht: Freitag, 06.02.2026 15:33

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Vor acht Monaten ist bei Kirchhundem im Nachbarkreis Olpe erstmals ein Wildschwein mit Afrikanischer Schweinepest (ASP) aufgetaucht. Seitdem wurden rund 320 infizierte Tiere in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein nachgewiesen. Seitdem gelten viele Schutzmaßnahmen, unter anderem wurden Zäune gebaut. Bis heute ist kein Hausschweinbestand in NRW betroffen. Um die Ausbreitung der Seuche zu stoppen, setzt das Land weiter auf die Jagd. Je weniger Wildschweine, desto geringer das Risiko, heißt es vom Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Deswegen werden jetzt zusätzliche finanzielle Anreize für Jäger geschaffen, um verstärkt Schwarzwild zu bejagen. Bis zu 100 Euro pro erlegtem Wildschwein im Kerngebiet, bis zu 75 Euro in den angrenzenden Sperrzonen werden ausgezahlt. Die Kosten übernimmt das Land, das Geld bekommen die Jäger von der jeweiligen Kommune. So sollen Anreize geschaffen werden, die Wildschweinbestände weiter zu reduzieren, heißt es.

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Hightech gegen die Seuche

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Die Jagd allein reicht nicht. In den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein kommen spezielle Fallen zum Einsatz, um Wildschweine möglichst stressfrei zu fangen. Drohnen mit Wärmebildkameras helfen, die Tiere aufzuspüren und die Bestände zu erfassen. Suchtrupps mit ausgebildeten Kadaversuchhunden durchkämmen das Gelände, um verendete Tiere schnell zu finden und zu bergen. Seit 2022 wächst die Zahl dieser Spezialteams stetig. Zusätzlich Suchhundeteams aus Rheinland-Pfalz unterstützen zusätzlich.

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Weitere Maßnahmen

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Um die Ausbreitung der ASP zu verhindern, wurden großflächige Sperrzonen eingerichtet. Das Kerngebiet ist mit 216 Kilometern Festzaun gesichert, zusätzlich gibt es Elektrozäune. Nach neuen Funden außerhalb des bisherigen Zauns wurde das Kerngebiet erweitert – der Zaun wächst mit. Infizierte Wildschweine dürfen das Gebiet nicht verlassen. Seit Juni 2025 läuft ein landesweites Monitoring. Jäger schicken Proben aller erlegten oder tot aufgefundenen Wildschweine ins Labor. Über 35.400 Tiere wurden bereits getestet, nur in Olpe und Siegen-Wittgenstein gab es bislang positive Befunde.

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Appell an Landwirte und Bevölkerung

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Das Landwirtschaftsministerium ruft alle Schweinehalter auf, die Biosicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten. Wer vorbereitet ist, könne im Ernstfall Probleme wie einen „Schweinestau“ vermeiden. Auch Hobbyhalter sollten wachsam sein. Die Tierseuchenkasse unterstützt mit Beratungen und Beihilfen. Die Bevölkerung in den Sperrzonen wird gebeten, keine Essensreste im Wald zu hinterlassen, selbst ein achtlos weggeworfenes Wurstbrot kann das Virus verbreiten. Müll gehört in die Tonne, nicht daneben, so das Ministerium. Hunde sind an der Leine zu führen.

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