
Die Afrikanische Schweinepest kostet das Land NRW Millionen. Für die Bekämpfung der Tierseuche u.a. bei uns im Hochsauerlandkreis hat das Land bislang rund 35 Millionen Euro ausgegeben. Inzwischen seien Zäune mit einer Länge von 515 km errichtet worden. Das geht aus einer Antwort von NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen auf eine Große Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor. Laut einer aktueller Statistik wurden bislang 812 Fälle der Schweinepest bei Wildschweinen nachgewiesen.
38 bestätigte Fälle im HSK
Am stärksten verbreitet ist die Afrikanische Schweinepest in unseren Nachbarkreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein, weitere Fälle gibt es bei uns im Hochsauerlandkreis. Hier sind aktuell laut Ministerium 38 Fälle bestätigt. Insgesamt 8.392 Verdachtsfälle wurden untersucht.(Stand 17.07.26)
Die Ministerin zeigte sich zufrieden mit dem Erfolg der Maßnahmen. Eine «großflächige Ausbreitung der Tierseuche bei den Wildschweinen» habe verhindert werden können. Ein wichtiges Mittel sei auch der Einsatz von Drohnen. Mit ihnen werde die Region abgeflogen, um einen Überblick über die Wildschweinpopulation zu erhalten. Aktuell geht das Ministerium von rund 500 Wildschweinen in dem Seuchengebiet aus - nach den anstehenden Geburten soll die Zahl auf 1.450 steigen.
Zäune und Jagd
Das wichtigste Mittel gegen die Schweinepest bleibe neben den Zäunen die Jagd, betonte die Ministerin. Seit dem Ausbruch seien in den betroffenen Gebieten rund 8.000 Wildschweine erlegt worden. Das Ziel seien «nahezu wildschweinfreie Schutzkorridore», schreibt Gorißen. Weil die Jäger das Wildbret anschließend nicht verkaufen dürfen, bekommen sie in den Sperrzonen eine Abschussprämie. 3,2 Millionen Euro hat die Landesregierung allein dafür bereitgestellt.
Kritik der Opposition
Von der Opposition kommt massive Kritik am Krisenmanagement der Ministerin. Die Antworten auf die Große Anfrage seien «ein Protokoll von Zaghaftigkeit und unterschätztem Risiko», sagte die SPD-Abgeordnete Julia Kahle-Hausmann. Gorißen habe gewartet, «bis aus einem Feuerchen ein Flächenbrand wurde». Das Ministerium hätte sich beispielsweise schon viel früher um den Einsatz von Drohnen in den Regionen bemühen sollen.
Die Afrikanische Schweinepest war erstmals im Juni 2025 in NRW festgestellt worden. Seither versuchen die Behörden, die Ausbreitung mit Sperrzonen, Zäunen und einer gezielten Jagd einzudämmen. Für Menschen ist die Afrikanische Schweinepest ungefährlich. Für Haus- und Wildschweine verläuft eine Infektion jedoch fast immer tödlich und kann erhebliche wirtschaftliche Folgen haben.