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Talk im Landgericht

Das ist ein Ergebnis des zweiten Landgerichts-Talks in Arnsberg. Wir haben immer mehr Anklagen von Drogenfunden im zweistelligen Kilo-Bereich, so Richter Peter Marchlewski. Außerdem werden Jugendliche, die Cannabis rauchen immer jünger. Auch das ist ein weiteres Fazit der Gesprächsrunde mit Experten aus dem Gesundheitswesen.

Nach Angaben von Dr. Joachim Scholz vom Sozialpsychiatrischen Dienst des Kreisgesundheitsamtes rauchen schon 12jährige teils regelmäßig Cannabis. Abhängigkeit ist oft die Folge. In diesem Alter ist das Gehirn noch nicht ausreichend ausgebildet, so Scholz. Konzentrationsschwächen und dauerhafte körperliche Defizite sind die Konsequenzen.  Der Griff zu Einstiegsdrogen wie Alkohol oder Cannabis führt langfristig dazu, dass auch härtere Drogen wie Heroin oder Kokain konsumiert werden. Durch die gesellschaftliche Veränderung greifen viele Jugendliche zu Drogen. Grund dafür, so Scholz, sind mangelndes Selbstbewusstsein und fehlende Fürsorge. Nur eine verstärkte Präventions-Arbeit kann dem entgegenwirken, da waren sich die Experten beim Landgerichtstalk einig. Das Gesundheitsamt wird aufgrund des steigenden Bedarfs ab Januar 2011 eine neue Beratungsstelle in Meschede einrichten.

Am St. Ursula Gymnasium in Neheim beispielsweise nehmen Schüler bereits in der 7.Klasse an Selbstbehauptungskursen teil, so Schulleiter Bertin Kotthoff. Auch das Arnsberger Landgericht bemüht sich um Aufklärung. Richter informieren rund 1000 Jugendliche in diesem Jahr über Rechtskunde. „Aber wir sagen ihnen auch, was ihnen blüht, wenn sie mit Drogen handeln“, so Peter Marchlewski.

Indessen gehen Sauerländer Polizei und Staatsanwaltschaft weiter hart gegen Drogenkriminalität vor.  Wir konnten im Jahre 2007 mit dem großen Cannabisfund in Sundern-Hachen im Wert von einer Million und dem Fund von rund 30 Kilo Amphetaminen im April diesen Jahres große Erfolge verzeichnen. Beide Drogen-Prozesse fallen in den Zuständigkeits-bereich des Landgerichtes Arnsberg, so Oberstaatsanwalt Rainer Hummert.

Die härteren Strafen dienen nicht nur der Abschreckung, sondern informieren auch darüber, welche drastischen strafrechtlichen Folgen Drogenbesitz und Drogenhandel haben, meinte Kriminalkommissar Falk Dümpelmann. 

Der Neheimer Rechtsanwalt Udo Weigelt, legte Justiz und Polizei nahe, sich verstärkt um die "großen Fische" im Drogengeschäft zu kümmern: "Die kleinen Fische fängt man, an die großen kommt man nicht ran", sagte Weigelt wörtlich.  

 

Richter Peter Marchlewski mit Chefredakteur Paul Senske (linkes Foto), Rechtsanwalt Udo Weigelt mit Dr. Joachim Scholz (rechtes Foto)

 

Kriminalkommissar Falk Dümpelmann und Oberstaatsanwalt Rainer Hummert.

 

 

Und hier kommt die Schlussrunde des Talk zum Nachhören:
Flash ist Pflicht!
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